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Ratgeber

Schwammgrundstück: Regen dort halten, wo er fällt

Flache bepflanzte Regenmulde mit etwas Wasser in einem großen Garten, mit breiter Rasenfläche zum Haus im Hintergrund.

Bild: KI-generiertes Symbolbild.

Nach einem Regenschauer lässt sich oft erkennen, wie ein Grundstück mit Wasser umgeht: Es bleibt auf einer Grünfläche, sammelt sich in einer Senke oder verschwindet sofort im Ablauf. Ein Schwammgrundstück soll mehr Niederschlag vor Ort aufnehmen und bewirtschaften. Dafür müssen mehrere Funktionen zusammenpassen: Rückhalten, Versickern, Verdunsten und gegebenenfalls Nutzen.

Mit einer Flächenkarte beginnen

Zeichne Dachflächen, Wege, Stellplätze und Vegetation in einen einfachen Lageplan. Ergänze erkennbare Gefällerichtungen und tiefer liegende Gebäudeöffnungen. Für die erste Besprechung ist diese Übersicht hilfreicher als eine voreilige Entscheidung für einen bestimmten Speichertank.

Das Umweltbundesamt empfiehlt, Flächen möglichst wasserdurchlässig zu gestalten und Regenwasser sinnvoll vor Ort zu bewirtschaften. Begrünte Flächen und Regenwassernutzung können dabei unterschiedliche Aufgaben übernehmen. [2] Eine Zisterne für den Garten und eine Versickerungsfläche sind jedoch nicht gleichzusetzen: Der Speicher hält Wasser zur späteren Verwendung bereit, während die andere Maßnahme den Untergrund einbezieht.

Das Gesetz ersetzt keine Standortprüfung

§ 55 Wasserhaushaltsgesetz sieht vor, Niederschlagswasser grundsätzlich ortsnah zu versickern, zu verrieseln oder getrennt in ein Gewässer einzuleiten. Der Grundsatz steht unter dem Vorbehalt wasserrechtlicher, anderer öffentlich-rechtlicher und wasserwirtschaftlicher Belange. [1] Er erlaubt deshalb keine beliebige Einleitung und beantwortet auch die Genehmigungsfrage für ein konkretes Grundstück nicht abschließend.

Die Stadt Frankfurt nennt unter anderem die Durchlässigkeit des Bodens, den Abstand zum Grundwasser und die Beschaffenheit des anfallenden Wassers als wesentliche Voraussetzungen. Nicht jeder Abfluss ist ausreichend unbelastet. [3] Vor einem Entwurf sollte deshalb feststehen, welche Flächen angeschlossen werden sollen und welche Erkenntnisse über den Untergrund vorliegen.

Unter dem Rasen weiterdenken

Die Berliner Regenwasseragentur erläutert verschiedene Lösungen von bewachsenen Mulden bis zu unterirdischen Anlagen. Ihre Eignung hängt vom Standort ab. Bodenverhältnisse, maßgebliche Grundwasserstände, Altlasten und der Schutz umliegender Gebäude begrenzen die Möglichkeiten. [4] Eine einzelne Beobachtung nach einem Sommerschauer ersetzt diese Prüfung nicht.

Lass die Fachplanung auch beantworten, ob eine Vorbehandlung erforderlich ist und welche Behörde zuständig ist. Kommunale Informationen helfen bei der Orientierung; örtliche Erlaubnisse oder Freistellungen lassen sich nicht ohne Weiteres von einer anderen Stadt übertragen. Die Frankfurter Hinweise sind deshalb als Beispiel einer konkreten Behördenpraxis zu lesen. [3]

Den vollen Speicher mitplanen

Eine Anlage muss auch dann nachvollziehbar funktionieren, wenn ihre Aufnahmekapazität erreicht ist. Die Berliner Regenwasseragentur behandelt deshalb neben der Versickerung die Einordnung in die Grundstücksplanung und den Umgang mit größeren Regenereignissen. [4] Frage ausdrücklich nach dem vorgesehenen Überlauf und dem Wasserweg bei Überlastung. Ein neuer Abfluss in Richtung Nachbarhaus wäre keine tragfähige Verbesserung.

Verlange außerdem einen verständlichen Pflegeplan mit erreichbaren Kontrollstellen. Dokumentiere Änderungen am Gelände für spätere Arbeiten. Das Ziel ist ein abgestimmtes Grundstückskonzept, dessen Grenzen bekannt sind. Auch mehrere gut geplante Maßnahmen sind keine Garantie, dass bei jedem denkbaren Starkregen das gesamte Wasser auf dem Grundstück aufgenommen wird.

Im Abschlussgespräch sollten offene Punkte ausdrücklich benannt werden. Dazu gehören fehlende Untersuchungen, noch ausstehende Zustimmungen und Entscheidungen, die erst nach weiteren Planungsschritten möglich sind.


Quellen und Einordnung

Recherche- und Bearbeitungsstand: 27. Oktober 2026. Dieser Beitrag beruht auf einer Auswertung der verlinkten Quellen; eigene Praxistests oder Interviews wurden dafür nicht durchgeführt. Beispiele sind als solche gekennzeichnet.

  1. Bundesrecht: Wasserhaushaltsgesetz § 55, Grundsätze der Abwasserbeseitigung
  2. Umweltbundesamt: Eigene Hinweise zur nachhaltigen Regenwassernutzung, Juli 2025
  3. Stadt Frankfurt: Eigene Hinweise zur Niederschlagsversickerung
  4. Berliner Regenwasseragentur: Eigener Ratgeber zur Planung von Versickerung
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