Bild: KI-generiertes Symbolbild.
Abgebrochener Beton muss nicht ausschließlich unter einer neuen Straße verschwinden. Aufbereitetes Material kann als Gesteinskörnung in neuem Beton eingesetzt werden. Damit werden natürliche Rohstoffe wie Kies und Splitt ersetzt. Der Begriff Recyclingbeton sagt allerdings noch wenig darüber aus, wie hoch der Anteil ist und für welches Bauteil die konkrete Mischung geeignet ist.
Was tatsächlich ersetzt wird
WECOBIS bezeichnet Recyclingbeton als Normalbeton mit Anteilen rezyklierter Gesteinskörnung. Diese Körnung ist ein Bestandteil der Mischung; Zement als Bindemittel wird dadurch nicht automatisch ersetzt. Das Informationssystem hebt die Schonung von Primärressourcen und Deponieraum hervor. [1]
Frage beim Angebot deshalb nach Art, Herkunft und Anteil der eingesetzten Recyclingkörnung. Bitte auch um eine klare Zuordnung zum konkreten Lieferwerk und zur angebotenen Betonsorte. Die Bezugsgröße muss genannt sein: Ein Anteil an der Gesteinskörnung ist etwas anderes als derselbe Prozentwert bezogen auf den gesamten Beton. Auch unterschiedliche Kornfraktionen und Zusammensetzungen lassen sich nicht ohne Weiteres gleichsetzen.
Anforderungen folgen dem Bauteil
Eine Innenwand, ein bewittertes Bauteil und eine stark beanspruchte Konstruktion stellen unterschiedliche Anforderungen. Tragwerksplanung und Betontechnologie müssen unter anderem Festigkeit, Dauerhaftigkeit und Umgebungsbedingungen berücksichtigen. Eine Bauherrschaft sollte daher keinen beliebigen Austausch auf der Baustelle veranlassen, sondern die vorgesehene Verwendung frühzeitig planen lassen.
Der Deutsche Beton- und Bautechnik-Verein erläutert den Übergang von der bisherigen DAfStb-Richtlinie zu den Regelungen der DIN 1045-2:2023-08. Für die Anwendung ist die bauaufsichtliche Einführung im jeweiligen Bundesland relevant. Eine ältere Tabelle aus einem Internetbeitrag reicht deshalb als Freigabe für ein aktuelles Projekt nicht aus. [2]
Ressourcen- und Klimawirkung getrennt bewerten
Ein hoher Recyclinganteil belegt für sich keine entsprechende Verringerung der Treibhausgasemissionen. WECOBIS weist darauf hin, dass die Klimawirkung von Beton wesentlich durch den Zement, insbesondere den enthaltenen Portlandzementklinker, geprägt wird. Die Nutzung von Recyclingkörnung allein verbessert die Ökobilanz deshalb nicht zwangsläufig wesentlich. [1]
Lass für einen Klimavergleich die konkrete Rezeptur, benötigte Menge, Herstellung und Transportwege berücksichtigen. Verglichen werden sollten Mischungen mit gleicher bautechnischer Aufgabe. Eine Umweltdeklaration kann dafür Daten liefern; ihr Ergebnis muss aber zur tatsächlich bestellten Sorte und zur gewählten Bilanzgrenze passen.
Ausschreibung und Lieferung nachvollziehbar machen
Bitte das Planungsteam, den gewünschten Einsatz nicht nur mit dem Wort nachhaltig zu beschreiben. Benötigt werden überprüfbare Anforderungen an Material, Nachweise und zulässige Verwendung. Kläre mit dem Lieferwerk, ob die vorgesehene Sorte regional verfügbar ist und welche Vorlaufzeit es braucht. So lässt sich vermeiden, dass ein grundsätzlich geeignetes Konzept erst kurz vor dem Betonieren scheitert.
Für Betonwaren im Straßen-, Garten- und Landschaftsbau stellt das Umweltbundesamt eigene Beschaffungshilfen bereit. Deren Anwendungsbereich sollte nicht mit einer pauschalen Zulassung für tragende Gebäudebauteile verwechselt werden. [3] Dokumentiere zum Abschluss, welche Sorte tatsächlich geliefert und verbaut wurde. Erst diese Verbindung aus Planung, Nachweisen und Ausführung macht den Materialeinsatz später überprüfbar.
Quellen und Einordnung
Recherche- und Bearbeitungsstand: 27. Oktober 2026. Dieser Beitrag beruht auf einer Auswertung der verlinkten Quellen; eigene Praxistests oder Interviews wurden dafür nicht durchgeführt. Beispiele sind als solche gekennzeichnet.
Redaktionelle Prüfung und Änderungen
- : Inhaltliche Endkontrolle.
