kein Planet B

Ratgeber

PFAS in Outdoorprodukten: Was aktuelle Angaben bedeuten

Blaue Jacke mit sichtbaren Wassertropfen auf dem Stoff liegt neben einem Fenster.

Bild: KI-generiertes Symbolbild.

Auf Regenjacken und Imprägniersprays finden sich zunehmend Hinweise auf PFAS. Für eine sinnvolle Einordnung muss man drei Dinge unterscheiden: die große Stoffgruppe, konkrete gesetzlich beschränkte Teilgruppen und die Reichweite einer Produktangabe. Eine Aussage zur wasserabweisenden Ausrüstung beschreibt beispielsweise zunächst diesen Bestandteil. Daraus ergibt sich noch keine vollständige Aussage zu jeder Schicht einer Jacke.

Was seit Oktober 2026 gilt

Die Verordnung (EU) 2024/2462 beschränkt PFHxA, ihre Salze und verwandte Stoffe. Seit dem 10. Oktober 2026 gelten die betreffenden Vorgaben unter anderem für Verbraucherbekleidung und zugehörige Accessoires aus Textilien, Leder oder Pelz sowie für Verbraucherschuhe. Auch bestimmte weitere Produktgruppen, darunter Verbrauchergemische, werden erfasst. Es geht um eine benannte Teilgruppe, nicht automatisch um sämtliche PFAS. [1]

Die Grenzwerte betragen 25 ppb für die Summe aus PFHxA und ihren Salzen sowie 1.000 ppb für die Summe PFHxA-verwandter Stoffe, jeweils bezogen auf homogenes Material. Andere für Verbraucher bestimmte Textilien außerhalb der zuvor erfassten Bekleidung werden nach dem geregelten Umfang ab dem 10. Oktober 2027 erfasst. Deshalb sollte eine Rechtsauskunft immer Produktgruppe und Datum nennen. [1]

Die Regelung enthält Ausnahmen, darunter bestimmte persönliche Schutzausrüstung der Risikokategorie III, Medizinprodukte und bestimmte Bautextilien. Das bedeutet keine pauschale Ausnahme für jede als Arbeits- oder Schutzkleidung beworbene Jacke. Außerdem besteht eine Übergangsregel für die betroffenen Erzeugnisse und Gemische, die bereits vor dem 10. Oktober 2026 in Verkehr gebracht wurden. Das private Weitertragen einer vorhandenen Jacke wird dadurch nicht allgemein verboten. [1]

Das umfassendere Verfahren läuft gesondert

Daneben wird eine breitere PFAS-Beschränkung vorbereitet. Nach der ECHA-Mitteilung vom 26. März 2026 hatte der Ausschuss für Risikobeurteilung sein endgültiges Gutachten angenommen; der sozioökonomische Ausschuss legte einen Entwurf vor. Am 3. Juni berichtete ECHA über die abgeschlossene Konsultation und bestätigte die Erwartung seines endgültigen Gutachtens für Ende 2026. Danach folgen weitere Schritte der Kommission und der Mitgliedstaaten. Stand dieses Beitrags ist der 27. Oktober 2026. [2][4]

Die wissenschaftliche Bewertung und ein vorgeschlagenes Verbot sind damit nicht dasselbe wie eine bereits beschlossene, in jedem Detail anwendbare Vorschrift. Gleichzeitig wäre es falsch, die schon geltende PFHxA-Beschränkung als bloße Zukunftsplanung abzutun.

Herstellerangaben genau lesen

Vaude verwendet bei Regenjacken Hinweise auf eine PFAS-freie wasserabweisende Ausrüstung. Diese Ausrüstung betrifft die Oberfläche. Eine wasserdichte Membran erfüllt eine andere Funktion und muss bei einer Aussage über das gesamte Produkt gesondert berücksichtigt werden. Der Begriff wasserdicht lässt allein keinen Rückschluss auf eine bestimmte chemische Zusammensetzung zu. [3]

Vor dem Kauf helfen konkrete Fragen: Bezieht sich die Aussage auf die Oberflächenbehandlung oder das ganze Modell? Gilt sie auch für Zubehörteile? Welche Definition und welcher Nachweis liegen zugrunde? Für eine Nachimprägnierung ist zudem die Anleitung der vorhandenen Jacke maßgeblich. Ein dokumentierter Produktwechsel beim nächsten notwendigen Kauf ist nachvollziehbarer als die Annahme, jede ältere Jacke müsse sofort ersetzt werden. Unklare Werbeformulierungen bleiben ein Anlass zur Nachfrage, kein Beweis für eine umfassende Materialeigenschaft.


Quellen und Einordnung

Recherche- und Bearbeitungsstand: 27. Oktober 2026. Dieser Beitrag beruht auf einer Auswertung der verlinkten Quellen; eigene Praxistests oder Interviews wurden dafür nicht durchgeführt. Beispiele sind als solche gekennzeichnet.

  1. Verordnung (EU) 2024/2462: REACH-Beschränkung für PFHxA, Salze und verwandte Stoffe
  2. Europäische Chemikalienagentur: Stand des umfassenderen PFAS-Verfahrens, 26. März 2026
  3. Vaude: Herstellerangaben zu PFAS-freier Oberflächenausrüstung bei Regenjacken
  4. ECHA: Ergebnis der SEAC-Konsultation und weiterer Zeitplan, 3. Juni 2026
Redaktionelle Prüfung und Änderungen
  • : Inhaltliche Endkontrolle.