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Ratgeber

Auto behalten oder abschaffen: Eine Rechnung mit vollständigen Kosten

Ein Autoschlüssel liegt neben einem Taschenrechner und fiktiven Unterlagen zur Mobilitätsplanung.

Bild: KI-generiertes Symbolbild.

Die letzte Tankfüllung ist leicht zu erinnern. Versicherung, Reparaturen und Wertverlust verteilen sich dagegen über Monate oder Jahre. Wer über die Abschaffung des eigenen Autos nachdenkt, sollte deshalb zwei vollständige Zukunftsszenarien vergleichen: Was kostet das Behalten ab heute, und wie werden die bisherigen Wege ohne dieses Fahrzeug organisiert?

Alle Kosten in denselben Zeitraum bringen

Der ADAC unterscheidet bei seiner Modellrechnung Wertverlust, Betriebskosten, Fixkosten sowie Werkstatt- und Reifenkosten. Seine veröffentlichte Übersicht arbeitet mit fünf Jahren und insgesamt 75.000 Kilometern. [1] Das macht die Ergebnisse vergleichbar, beschreibt aber nicht automatisch die Situation eines selten genutzten älteren Fahrzeugs.

Für die eigene Rechnung werden daher tatsächliche Unterlagen gebraucht: Versicherungsbeitrag, Steuer, Stellplatzmiete, Wartungen und absehbare Reparaturen. Unregelmäßige Ausgaben lassen sich auf den gewählten Zeitraum verteilen. Aus einer jährlich bezahlten Police wird beispielsweise ein monatlicher Betrag. Ein Werkstattkostenvoranschlag ist aussagekräftiger als eine allgemeine Durchschnittszahl für ein anderes Modell.

Nicht jede Ausgabe verschwindet durch weniger Fahrten

Der ADAC beschreibt Fixkosten als Ausgaben, die unabhängig vom Fahren anfallen. In seinen Grundlagen nennt er unter anderem Versicherung und Steuer; eine eigene Stellplatzmiete müsse gegebenenfalls zusätzlich berücksichtigt werden. [2] Wer das Auto nur seltener nutzt, spart deshalb vor allem veränderliche Kosten. Wer es abschafft, kann weitere Posten vermeiden – abhängig von Verträgen und tatsächlicher Situation.

Bereits gezahlte Anschaffungskosten sollten dabei nicht noch einmal vollständig als zukünftige Ausgabe angesetzt werden. Für die Entscheidung ab heute sind unter anderem der mögliche Verkaufserlös, der weitere Wertverlust und erwartbare kommende Ausgaben relevant. Bestehende Finanzierung oder Leasing brauchen eine eigene Prüfung der verbleibenden Verpflichtungen. Ein Verkauf beendet solche Verträge nicht automatisch.

Ersatzmobilität ehrlich zusammenstellen

Die Gegenseite der Rechnung besteht selten aus nur einem Ticket. Hinzukommen können Fahrradunterhalt, gelegentliche Mietwagen, Carsharing oder Taxifahrten. Auch Transportaufgaben und Wege zu ungünstigen Zeiten gehören in den Plan. Welche Angebote vor Ort tatsächlich verfügbar sind, sollte anhand konkreter Verbindungen und Buchungsbedingungen geprüft werden.

Der VCD veröffentlicht einen Kostencheck für verschiedene Verkehrsmittel und legt offen, dass es sich um Beispiele mit Annahmen, Schätzungen und teils gerundeten Werten handelt. [3] Solche Übersichten eignen sich als Vorlage für Kostenkategorien. Sie ersetzen keine Angebote für den eigenen Haushalt und keine Prüfung der örtlichen Verfügbarkeit.

Mit zwei Varianten statt einer Wunschzahl rechnen

Ein fiktives Beispiel: Im Normalmonat reicht eine Kombination aus Fahrrad und öffentlichem Verkehr. In einem ungünstigen Monat werden zusätzlich zwei Mietwagentage gebraucht. Beide Varianten sollten in der Rechnung stehen. So wird sichtbar, ob der Verzicht auch mit einer Reserve für Ausnahmefahrten finanzierbar bleibt.

Vor einer endgültigen Entscheidung kann eine Probephase helfen: Das Auto bleibt stehen, während die Alternativen für typische Wege getestet werden. Erfasst werden Kosten, Buchungsaufwand und Zeit. Die Entscheidung wird dadurch konkreter. Eine allgemeine Aussage, ab welcher Kilometerzahl jeder Haushalt ohne eigenes Auto günstiger fährt, wäre dafür zu grob.


Quellen und Einordnung

Recherche- und Bearbeitungsstand: 27. Oktober 2026. Dieser Beitrag beruht auf einer Auswertung der verlinkten Quellen; eigene Praxistests oder Interviews wurden dafür nicht durchgeführt. Beispiele sind als solche gekennzeichnet.

  1. ADAC: Eigene Autokostenberechnung und Annahmen, April 2026
  2. ADAC: Berechnungsgrundlagen zu Fix-, Betriebs-, Werkstatt- und Reifenkosten
  3. Verkehrsclub Deutschland: Kostencheck mit offengelegten Beispielannahmen
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